Stopp Wasserstoffanlage in Krefeld

Warum wir uns gegen Wasserstoff-Pläne einsetzen:
Das Problem: Ein Wasserstoffprojekt in Krefeld

Anwohner, Krefelder Bürger und Steuerzahler sowie Kunden sehen zukunftsweisende Weichen durch die Wasserstoff-Strategie der SWK falsch gestellt, die wichtige ökologische als auch wirtschaftlich aufs Abstellgleis führen, daher:

                                Rheinische Post                3.6.2026      Westdeutsche Zeitung

 Der Schluff ist zu teuer und soll eingestellt werden

Experimente mit unausgereiften Projekten erhalten Geld: 
Sicherheitsaspekte und unattraktiven Ausblick für Fahrgäste braucht man nicht, ein Potiemkinsches Dorf ?

Und hier 

das Fazit des 

BUND KREFELD


Die Problematik

Flyer zum Download

Informationen für die Nachbarschaft. Ausdrucken und verteilen!

Ökologie | Ökonomie | Politik

Unsere Fragen und Stellungnahmen zu ökologischen, ökonomischen und lokalpolitischen Aspekten der Wasserstoff-Pläne in Krefeld.

Zeitungsartikel und Berichte

Eine Auswahl an Artikeln und Berichten zur eigenen Recherche.

Kommunen und Wasserstoff

Viele Kommunen haben den Wasserstoff-Weg aus guten Gründen bereits wieder beendet. Wir zeigen Ihnen, welche das sind und warum dies geschah.

Studien | Unterlagen | Material

Dokumente, Studien und Material für Sie für die eigene Recherche

Keine Lösung in Sicht!

Vor dieser Anlage haben wir Anwohnerinnen und Anwohner begründete Angst und sind in großer Sorge. Dies führte zur Gründung der Nachbarschaftsinitiative, der mittlerweile 50 Personen aus 30 Haushalten angehören. 

Wieviel Power in diesem Zusammenschluss steckt, zeigten Recherchen, Hintergrundinformationen und Datenerhebungen, die dem Wort „Schwarmintelligenz“ alle Ehre machen. 

Ein umfangreicher Fragenkatalog wurde von der SWK beantwortet. Für SWK scheinen die meisten Fragen gelöst, für uns aber bei weitem nicht!

weitere Pressemitteilung 

Info-Veranstaltung am Sonntag, 09.03.2025

Die Nachbarschaftsinitiative „Zunächstmal-Halt-Wasserstroff in Lindental/Gatherhof hat am 9.3.25 eingeladen zu einer Infoveranstaltung  direkt neben der Baustelle . Hier ist die unheimliche Nähe der geplanten Wasserstoffproduktion unmittelbar neben Wohnhäusern unmittelbar spürbar.

Weit über 100 interessierte Bürger*innen , Verbandsvertreter*innen von NABU, B.U.N.D sowie Politiker*innen aller im Stadtrat vertretener Parteien sind gekommen. Ein toller Erfolg für die Initiative, die mit Infomaterial, Aushängen und Statements für Aufklärung sorgte. 

Hier gab es Informationen zu  ökologischen und ökonomischen Risiken der geplanten Wasserstofftechnologie, die in Stellungnahmen der SWK zu kurz kommen oder gar nicht erwähnt werden. Mit Politiker*innen konnten sachlich und in gegenseitigem Respekt Dialoge geführt werden. 

Die Energiewende ist notwendig und es gibt die Notwendigkeit von Wasserstoff in der Energiewende. Das wird von der Initiative nicht bestritten. Die Verwendung allerdings im ÖPNV statt zunächst in der Großindustrie ist angesichts der Knappheit von „grünem Strom“ mehr als fragwürdig. Und der Standort einer Produktionsanlage direkt am  Wohngebiete ist  unnötig riskant und beunruhigend.

 

Ein Fragenkatalog liegt der Stadt seit Dezember vor, bis heute ist er nicht beantwortet, stattdessenwurde in der Zwischenzeit (am 25.2.25) die Genehmigung für die Tankstelle erteilt.

Die Initiative hofft, dass vor der Genehmigung des Elektrolyseurs die Meinungen der Anwohner gehört werden. 


In Verlautbarungen der SWK, Ankündigungen der Stadt und Pressemeldungen ist von „gelebter Transparenz des Verfahrens“ die Rede. Dies kann in Lindental/Gatherhof  keiner bestätigen, auch anwesende Politiker*innen nicht, die sich über Vorgänge und Entscheidungsprozesse „unter dem Radar“ wunderten. Bestätigt wurde auf Nachfrage, dass zwar u.a. Vertreter der Parteien im Aufsichtsrat der SWK sitzen, diese aber dem Vertraulichkeitsgebot unterliegen und somit auch den eigenen Fraktionen keine Informationen weitergeben dürfen. Schließlich sind die SKW eine AG und handelt damit nach unternehmerischen Aspekten und  Zielen.

Das Vorgehen der SWK wie auch der Stadtverwaltung  mag professionell und  gemäß gesetzgeberischer Verfahren sein. Ernstnehmen bürgerlicher Initiative  und Transparenz stellen wir uns anders vor! 


Viele neue Mitglieder konnte die Initiative gewinnen, und  die Argumente gegen den Elektrolyseur an diesem Ort und die Verwendung von Wasserstoff im ÖPNV werden lauter und stärker.


Norbert Jansen


Beteiligung am Prozess?

Vor allem die „Katze“ die erst in der schriftlichen Beantwortung der Fragen „aus dem Sack gelassen wurde“ empört die Nachbarn. 

Durch eine Gesetzesänderung auf Bundesebene Ende Oktober ist die bislang übliche Beteiligung der Öffentlichkeit sowie Einsicht in Antragsunterlagen und Gutachten bei solchen Anlagen nicht mehr vorgesehen. Es mag sein, dass dies neuerdings gesetzeskonform ist, im Sinne guter Nachbarschaft und Transparenz ist dies sicherlich nicht!    

Wir halten es nicht für richtig, alle aus dem vorgesehenen Standort entstehenden Nachteile und Risiken in Kauf zu nehmen.

Wir sind nach wie vor der Meinung, dass man so eine Anlage besser in einem Industriegebiet statt an der Grenze zur Wohnbebauung platziert. Selbst wenn das legal und genehmigungsfähig sein sollte, scheint das politisch nicht sonderlich klug zu sein.   
  
Bei Aufstellung eines Flächennutzungsplanes wäre für den Elektrolyseur ein Abstand zur Wohnbebauung von 1.000 Metern einzuhalten. Nach den aktuellen Plänen beträgt der Abstand zu den nächstgelegenen Häusern nicht einmal 50 Meter. Im Radius von ca. 500 Metern befinden sich zudem die Seniorenresidenz Bellini, das Altenwohn- und Pflegeheim Gatherhof, das Pflegeheim Haus Lindental, drei Grundschulen sowie zwei Kitas.

Unsere Sorgen bleiben:

Lärm

  • durch die Anlieferung von Wasserstoff per LKW, dann durch die Bauphase und letztlich vor allem durch den Betrieb des Elektrolyseur und dessen Kühlung rund um die Uhr.

  • durch den Rückschall der 7 Meter hohen Schallschutzwand, der durch vorbeifahrende Züge entsteht. Die Wirkung wäre so, als würde man eine Lärmschutzwand auf den Mittelstreifen einer Autobahn setzen.

  • durch eine entstehende Lücke, falls der Anschluss an die bestehende alte Lärmschutzwand nicht lückenlos erfolgt und der Schall in Kaminwirkung dann ebenfalls Richtung Anlieger transportiert wird.

Explosionsgefahr

  • durch weitere Funde von Weltkriegsbomben in der näheren Umgebung (in den letzten acht Monaten gab es allein zwei Funde auf dem SWK-Gelände bzw in unmittelbarer Nähe!), die evt nicht so glimpflich ausgehen wie bisher.

  • durch mögliche Zugunfälle (dreimal wöchentlich rangieren Güterzüge im direkt angrenzenden Gleisdreieck, oft einige Stunden und von Frühling bis Herbst fährt der Schluff), da die Gleise direkt an der Geländegrenze liegen.

  • durch Beschädigung unterirdischer Gasleitungen (später mal Wasserstoff-Leitungen?), die direkt vor dem Gelände verlaufen.

  • durch Sabotage und Kriegseinwirkung (muss man heutzutage leider berücksichtigen)

Grundwasserverschmutzung

  •  durch Gefahrenstoffe, die ins Erdreich gelangen können, denn unserer Wohngebiet und der Betriebshof liegen in einem Wasserschutzgebiet!

Weitere Aspekte

Abgesehen von den geschilderten Ängsten und Sorgen beschäftigen uns auch die Aspekte bzgl. Ökologie, Ökonomie und Politik.  

Ökologie

Wo soll denn der „grüne Strom“ der SWK in ausreichender Menge herkommen? 

Diese Frage wird nur vernebelt beantwortet, um den Standort durch „technische Kniffe“ ausreichend begründen zu können. Die behauptete Ausnutzung von EE-Quellen zu Spitzenzeiten ist nicht möglich, da die Anlage 24/7 betrieben werden soll. 

2020 wurde ein ebenso euphorisch beworbener Elektrolyseur auf der Parkstraße letztlich nicht umgesetzt. Soweit wir wissen vor allem weil der angeblich vorhandene „grüne“ Strom aus der Müllverbrennungsanlage sich letztlich nur als „orange“ herausstellte. Die Vermutung von „greenwashing“ bei der Stromerzeugung drängt sich auf. Der Elektrolyseur verbraucht Unmengen sauberen Trinkwassers. Trinkwasser, das mühsam in der vorgenannten Wasserschutzzone für die Krefelder Bürgerinnen und Bürger gewonnen wird. 

Andere Technologien der Elektrolyse arbeiten mit Schmutzwasser, welches z. B. am ursprünglich geplanten Standort Parkstraße reichlich zur Verfügung stünde. Es gibt mittlerweile viele neue Erkenntnisse, die die „Wasserstoffeuphorie“ erheblich bremsen. 

Für große Verkehrsmittel mit weitem Radius (Schiffe, LKW) sowie große Industrieanlagen mag die Verwendung von Wasserstoff noch Sinn ergeben ( sofern genügend grüner Strom vorhanden ist, was zur Zeit gar nicht der Fall ist. Fördermittel werden bereits in großem Umfang, z.B. von Thyssen-Krupp zurückgegeben). Die  
Sinnhaftigkeit für kommunale Verkehrsbetriebe ist aufgrund des hohen Wirkungsverlustes aber nicht gegeben!  

Die geringere CO2- Belastung ergibt sich nur auf den ersten Blick. Nur vordergründig und evtl. pressewirksam passt die Umstellung der kommunalen Verkehrsbetriebe zum Konzert der Krefelder Maßnahmen für eine klimaneutrale Zukunft. 

Wird in Krefeld eine Zukunftstechnik gepriesen die bereits heute als teure Sackgasse zu erkennen ist?  

Ökonomie

Alleine die hohe Förderung durch Bund und Land sind schlechte Argumente (und letztlich auch unsere Steuermittel) für eine angeblich ökologisch und ökonomisch zukunftsweisende Technik und übereilte Planungen.  
  
Die Kosten für den Betrieb der SKW-Mobil dürften mit Wasserstoff-statt Elektrobussen in absehbarer Zukunft steigen bei zweifelhaftem ökologischem Erfolg auf dem Weg Krefelds zur Klimaneutralität.  

Politik

Unserem Oberbürgermeister Meyer, allen Ratsfraktionen sowie Krefelder Abgeordneten in Land- und Bundestag haben wir unsere Sorgen und Argumente mit Bitte um Stellungnahme geschickt. 

Nur die Fraktion der Grünen, die Ratsfrau der Klimaliste und FDP reagierten, ansonsten gab es aus dem Krefelder Rathaus nicht mal eine Eingangsbestätigung. Die gab es immerhin vom Büro zweier Landtagsabgeordneter.   
  
Der Chef der SWK Mobil verwies in der Infoveranstaltung im September 2024 mehrmals darauf, dass die SWK eine Tochter, zumindest aber eine Enkelin der Stadt Krefeld sei. Wir recherchierten, welche Personen und Parteien im Aufsichtsrat der SWK vertreten sind. Vielleicht schon Antwort genug?   
    
Vor allem betroffen macht uns, dass unsere Besorgtheit und unsere Ängste nur vordergründig oder gar keine Beachtung finden.  Mit einem Fragekatalog nutzten wir am 18.12.2024 das Instrument der „Bürgerbefragung“ in der Bezirksvertretung West, um Antworten zu erhalten.


Bis heute haben wir darauf keine Antworten bekommen.


Nach der Bürgerfragestunde hat sich die SPD-Fraktion bei den Nachbarn gemeldet mit der Aussicht auf „moderierende Klärung der anstehenden Fragen“. Die Wucht unserer Argumente und die schiere Anzahl fragefreudiger Bürger*innen war wohl für eine Bezirksvertretungeine ungewöhnliche Erfahrung von eingeforderter Bürgerbeteiligung. Immerhin ist sie die einzige Fraktion, die über ein belangloses Schreiben oder ein allgemeines Austauschgespräch hinaus initiativ wurde. Aber das kann nur der Anfang sein.

Viele der Fragen sind nicht rein technischer Natur - sondern berühren die dahinterliegenden politischen Fragen und Entscheidungen. Und richten sich damit an die politischen Entscheidungsträger unserer Stadt!

Schlüssel des Problems ist die Annahme (und Entscheidungsgrundlage für die Wasserstoff-Tankstelle), dass Wasserstoff im ÖPNV eine gute Idee sei. Mit nur wenig Rechercheaufwand lässt sich feststellen, dass dies wahrscheinlich mitnichten der Fall ist! In den letzten Monaten hat eine erhebliche Zahl von Kommunen in NRW, deutschlandweit und auch europaweit von Wasserstoffprojekten Abstand genommen. Im ÖPNV ist Wasserstoff weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll!

Mit dieser Kenntnis halten wir es für unverantwortlich, das Projekt "Wasserstoff" in Krefeld kommunalpolitisch weiter zu betreiben. 

Dies zu erkennen, vernebeln aktuelle "Jubelberichte" über die angeschafften (hochsubventionierten) Busse und Wasserstoff-PR in der örtlichen Presse hoffentlich nur vorübergehend.

Die Sorgen und Nöte der Nachbarschaft sind in der Zwischenzeit eher gewachsen denn weniger geworden. Ursachen dafür sind die Rückschlüsse, die wir aus Recherchen, vielen Gesprächen und aus der Teilnahme an Sitzungen verschiedener Gremien gezogen haben. 

Wir müssen leider vermuten, dass politische Gremien (möglicherweise auch der Stadtrat?) teilweise in völliger Unkenntnis über Hintergrund, einseitige und interessengeleitete Argumentationslinien der SWK , aktuelle Erkenntnisse zur Problematik von Wasserstoff im ÖPNV sowie über  Folgen der von der SWK geplanten "Wasserstoffzukunft" sind.

Wenn die Entscheidung, Wasserstoff in Bussen zu  nutzen und dafür einen eigenen Elektrolyseur zu bauen, unumstößlich sein sollte, dann bleibt die Frage nach dem Standort. Wir meinen: Nicht nah an einem Wohngebiet! 

In Kürze werden wir mit einer zusammenfassenden Information und Position noch einmal auf alle demokratischen Fraktionen unserer Stadt zugehen.

Darum setzen wir uns ein

Der Tenor in bisherigen Presseartikeln über das Wasserstoff-Projekt der SWK ist weitestgehend positiv und mit sehr wenig kritischen Aspekten versehen. Kein Wunder, kommen doch die Hintergrundinformationen einseitig und interessengeleitet von der SWK-Pressestelle bzw SWK-Vorstand. 

Und dies in schneller Taktung, so wie es eine große PR-Abteilung eines Konzerns vermag. Wir beschäftigt uns seit mehreren Monaten "ehrenamtlich"mit der Thematik. Wir kommen zu vielen anderen Schlussfolgerungen als die SWK und haben einen dezidiert differenzierten und auch kritischen  Blick auf das Thema "Elektrolyseur am Wohngebiet" wie auch zum Betrieb von Wasserstoffbusse im ÖPNV. Wir verfügen über umfangreiches Infomaterial , finden aber bisher bei der Presse wenig Gehör. Bisher haben wir erfolglos zu Hintergrundgesprächen eingeladen,weil wir die SWK-Darstellungen für verkürzt,verharmlosend, falsch oder irreführend halten.Aber das kann sich ja ändern. In der "Rheinischen Post" konnte zuletzt (22.02.2025) eine differenzierte Berichterstattung festgestellt werden, die auch ernstzunehmende Gegenargumente erwähnte.

Darum wenden wir uns an die Medien und hoffen, dass Sie uns die Chance geben, unsere Position öffentlich darzustellen. 
  
die Nachbarschaftsinitiative „Zunächstmal-Halt-Wasserstoff“

Stellungnahme der Scientists for Future

Kurzsichtige Entscheidung durch Förderkriterien. Wasserstoffbusse sind nicht die bessere Lösung. Die vielzitierte Reichweite ist kein Kriterium mehr

Wasserstoff als Kraftstoff für Busse?

Der Einsatz von Wasserstoff zum Antrieb von Bussen im öffentlichen Nahverkehr ist ökologischer und ökonomischer Unfug. Viele Kommunen haben dies inzwischen erkannt, bereits die Kehrtwende vollzogen und planen nicht mehr mit weiteren Wasserstoff- Bussen.

Lesen dazu eine Studie aus Island.

Studie aus Island

Bereits im Oktober 2003 wurden in Reykjavik die ersten Brennstoffzellen-Busse in Dienst gestellt und auch die weltweit erste öffentliche Wasserstofftankstelle eingerichtet. Sie war nur bis 2013 in Betrieb. Ab 2005 wurden etwa 30 Wasserstoffbusse in Reykjavik eingesetzt, in den folgenden Jahren rollten die ersten Wasserstoffautos durch die Stadt. 

Langfristig sollte der Weg in die emissionsfreie Wasserstoffwirtschaft führen, dieses Ziel war für das Jahr 2050 angepeilt. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten allein für den isländischen Bedarf pro Jahr über 80.000 Tonnen Wasserstoff erzeugt werden, der Strombedarf des Landes würde im Vergleich zu 2003 um 50% steigen. 

Island ist allerdings ein ideales Testfeld für die Erprobung der Wasserstofftechnologie, denn insgesamt würden sechs Tankstellen ausreichen, um die gesamte Ringstraße um die Insel zu versorgen. Außerdem könnte der zur Wasserstofferzeugung benötigte Strom komplett aus den regenerativen Energiequellen Wasserkraft und Erdwärme gewonnen werden. Das Projekt wurde inzwischen eingestellt und man konzentriert sich auf Alternativen wie im Land erzeugtes Methan und Biodiesel.

Der Strom muss zur Produktion von Wasserstoff zunächst von Wechselstrom in Gleichstrom umgewandelt werden. Dabei treten Verluste von ca. 7% auf. Bei der elektrolytischen Herstellung gasförmigen Wasserstoffs mit Hilfe des Gleichstroms liegt der Wirkungsgrad bei ca. 65%. Um den Wasserstoff transportfähig zu machen, muss er unter Einsatz von weiterer Energie verflüssigt werden, dann unter erneutem Einsatz von Energie zum Verbraucher transportiert werden. Wird aus dem Wasserstoff dann z.B. mit Hilfe von Brennstoffzellen in Fahrzeugen wieder Strom gewonnen, kommt es zu weiteren Verlusten. 

Insgesamt gesehen gehen 75% der ursprünglich vorhandenen Energie verloren, die Stromausbeute über die Zwischenstufe Wasserstoff liegt bei gerade einmal 25%. Wird der Strom ohne die Zwischenstufe Wasserstoff ins Netz eingespeist und an der Steckdose genutzt, liegt der Verlust nur bei 10%. Die Begründung einer Wasser- stoffwirtschaft auf dieser Basis wäre also nicht nur volkswirtschaftlicher Unsinn, sondern eine Energieverschwendung nie dagewesenen Ausmaßes!

Kommunen und Wasserstoff

Es bedarf nur wenig Recherche, um weitere Städte zu finden, die sich von der Wasserstofftechnologie, insbesondere für den ÖPNV, zurückziehen.

Wiesbaden

In Wiesbaden werden nach nur einem Jahr (2022) zehn Wasserstoffbusse ausgemustert. Grund seien die hohen Betriebskosten von drei unterschiedlichen Antriebsarten innerhalb der Flotte. Nun setzt die Verkehrsgesellschaft Eswe verstärkt auf Elektrobusse.

Quelle

Zerbst

Das ambitionierte Projekt „Grüner Wasserstoff aus Zerbst“ hat einen herben Rückschlag erlitten. Geplant waren Investitionen in Höhe von 95 Millionen Euro, in die auch die Zerbster Stadtwerke eingebunden werden sollten. Die Kosten sind dort explodiert.

Quelle

Hannover-Herrenhausen

Da es sich bei der Wasserstoff-Elektrolyse um einen sehr stromintensiven Prozess handelt, hängt die Wirtschaftlichkeit der Wasserstoffproduktion größtenteils von der Höhe des Strompreises ab. Weil dieser in den vergangenen Jahren jedoch deutlich gestiegen ist, hätte der in Herrenhausen produzierte Wasserstoff voraussichtlich nur zu nicht konkurrenzfähigen Preisen angeboten werden können. Für den angedachten Hauptabnehmer, die Hannoverschen Verkehrsbetriebe, wäre er damit aber schlicht zu teuer. Auch der Bau der Anlage wäre deutlich teurer geworden: War man eingangs für die kleinere Pilotanlage noch von geschätzten Kosten in Höhe von ca. 10,5 Mio. Euro ausgegangen, mussten diese nach einer Neukalkulation bereits auf 37 Mio. Euro korrigiert werden. Der anschließende Ausbau zur industriellen Wasserstofffabrik hätte voraussichtlich sogar weitere rd. 100 Mio. Euro gekostet.

Diese Entwicklungen veranlassten die Stadtpolitik im März 2024 schließlich dazu, die Reißleine zu ziehen und sämtliche Planungs- und Investitionsaktivitäten am Klärwerk Herrenhausen einzustellen. Wegen der zuvor bereits eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen wird das abgeblasene Wasserstoffprojekt die öffentlichen Kassen dennoch mit rd. 9,9 Mio. Euro belasten.

Quelle

Montpellier (Frankreich)

Die Verwaltung der französischen Metropolregion Montpellier hat sich laut Medien- berichten entgegen früheren Planungen gegen den Kauf von Wasserstoffbussen für vier Buslinien entschieden. Stattdessen sollen Elektrobusse zum Einsatz kommen. Grund sind deutlich niedrigere Betriebskosten.

Quelle

Hamburg

Seit 2010 mit vier Prototypen laufendes Pilotprojekt wurde Anfang des Jahres von der Hamburger Hochbahn eingestellt.

Quelle

Polen

Polnische Städte rufen wegen hoher Wasserstoff-Betriebskosten nach dem Staat

Quelle

Essen

Ruhrbahn stellt Umstieg auf Wasserstoff auf den Prüfstand

Quelle

Studien, Unterlagen und Links

Mehrere wissenschaftliche Studien, Unterlagen und Links untermauern unsere Argumente, warum der Krefelder Weg nicht gut ist. 

Recherchieren Sie selbst!

Flyer der Nachbarschaftsinitiative

Lesen Sie unseren Info-Flyer. Drucken sie ihn aus und verteilen sie ihn.

Nachlese zur Veranstaltung "Wasserstoff im Dialog"

vom 07.03.2025

Impuls Norbert Jansen

vom 07.04.2025

Fragen an die Bezirksvertretung

Fragen vom 18.12.2024

Hochschule Niederrhein, SWK E² 
Institut für Energietechnik und Energiemanagement,

Multifaktorielle Standortanalyse für Elektrolyseure in urbanen Räumen am Beispiel der Stadt Krefeld

18. Symposium Energieinnovation

Vortrag vom 14.-16.02.2024 in Graz

AISV-RUV-PhysE-Ad-hoc-AG

Zwischenbericht Genehmigung von Elektrolyseuren, Fassung vom 08.06.2023 nach Abschluss der Abstimmung in AISV, RUV und PhysE

Wasserstoff-Testfeld Island

Studie aus Island

NRW Bezirksregierungen

Leitfaden für eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung

Wasserstoff - ist er die Lösung für unsere Energieprobleme?

Das Erste: Quarks-Sendung vom 08.07.2023

Land NRW: Abstandserlass

Abstände zwischen Industrie- bzw. Gewerbegebieten und Wohngebieten im Rahmen der Bauleitplanung und sonstige für den Immissionsschutz bedeutsame Abstände (Abstandserlass) RdErl. d. Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - V-3 - 8804.25.1 v. 6.6.2007

Land NRW: Imissionsschutz in der Bauleitplanung

Abstände zwischen Industrie- bzw. Gewerbegebieten und Wohngebieten im Rahmen der Bauleitplanung und sonstige für den Immissionsschutz bedeutsame Abstände (Abstandserlass) RdErl. d. Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - V-3 - 8804.25.1 v. 6.6.2007

SWK Medieninformation

SWK entscheidet sich für grüne Wasserstoff-Produktion - Pressemitteilung vom 16.12.2020

Übersichtskarte Krefeld

Fotos mit eingezeichneten Gebieten

Übersichtskarte Erweiterung Schutzzone

Anlage (Übersichtskarte) zur ordnungsbehördlichen
Verordnung zur Ausweisung einer Erweiterung
der Schutzzone IIIB des Wasserschutzgebietes
Horkesgath/Bückerfeld für die Wassergewinnungsanlage Horkesgath/Bückerfeld der Stadtwerke Aqua GmbH

Ist der Einsatz von Wasserstoff-
Bussen im ÖPNV sinnvoll und
zukunftssicher?

Stellungnahme der Scientists for Future

Ermittlung des angemessenen Sicherheitsabstands für Anlagen mit gasförmigem Wasserstoff

Kommission für Anlagensicherheit